Home-Office: Warum es richtig ist, die Arbeitszeit festzulegen

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Das ist ja kein normales Home-Office – aber warum die Arbeitszeit festlegen? Nicht nur, weil du vielleicht erstmalig seit ein paar Wochen oder Tagen im Home-Office bist, sondern weil sich ja alle deine Kollegen auch im Homeoffice befinden. Und was es noch schwieriger macht ist, dass dein Partner sich im Homeoffice befinden kann und deine Kinder. Und dann sind sie vielleicht noch schulpflichtig und brauchen ja dann tatsächlich auch ein Home-Office brauchen, weil die ja auch „arbeiten“.

Wir haben das letztes Mal darüber gesprochen, wie wichtig es ist, einen Arbeitsplatz einzurichten, so dass jeder seinen eigenen Bereich hat und möglichst wenig Ablenkung erfährt.

Home-Office und die Arbeitszeit festlegen

Jetzt kommen wir zu dem Punkt, die Arbeitszeit festzulegen. Ich bin ja eigentlich kein Freund, wenn du dem Podcast oder dem Blog folgst oder wenn du schon mit mir gearbeitet hast, von Kernarbeitszeit oder Anwesenheitspflicht oder 9-5.

Ich war schon immer für Home-Office und Flexibilität. Allerdings in diesem Home-Office hab ich eine andere Erkenntnis bekommen. Wenn man zu mehreren Leuten im Home-Office sitzt ist es sinnvoll, seine Arbeitszeit grundlegend festzulegen.

Du glaubst nämlich gar nicht, wie einfach sich dein geplanter Arbeitstag in Arbeit, in Hausarbeit, Familie und in ungewollte Ablenkung auflöst. Das Festlegen hilft, alle deine Ablenkungen, deine Störungen und Reibungsverluste zu minimieren.

Deine Arbeitszeit im Home-Office ist nicht 9-5

Dein Zeitplan ist vielleicht nicht 9-5 und das ist auch in Ordnung. Ich will nicht sagen, du musst jetzt acht Stunden am Stück arbeiten und dann hört es auf.

Aber es ist wichtig für dich, dass du deine Verfügbarkeit transparent und explizit angeben kannst. Also dieses: ich mach mal das, dann mach ich mal willkürlich hier was, und dann mache ich das – das führt zu nichts.

Jetzt räume ich aber erst noch den Geschirrspüler aus. Und dann finde ich, ich könnte noch kurz etwas kochen. Das ist keine gute Idee.

Aus zwei Gründen.

Der erste Grund ist du musst deinem Tag Struktur geben. Damit du weißt wann du was tun kannst. Und das kann

  • mal eine Stunde arbeiten sein,
  • dann eine Stunde irgendwas anderes machen, dann erst wieder
  • eine Stunde arbeiten.

Aber es hilft auch, den Menschen, mit denen du im Homeoffice arbeitest, erkennen zu geben:

  • wann kann man dich ansprechen? Nämlich wenn du den Geschirrspüler ausräumst
  • und wann nicht?Nämlich dann, wenn du einen Podcast aufnimmst.

Frag  dich mal:

  • Welche Arbeitszeiten wären angesichts der Home School Bedürfnisse meiner Kinder am besten für mich geeignet? Unser Sohn fängt morgens um 9 Uhr an mit der Schule und ist dann durchgetaktet. Und dann ist von 12 bis 1 Mittagessen. Das bedeutet für mich oder für meine Frau: oh, da muss ich Essen bereitstellen. Das muss ich ja vorher kochen und dann essen wir gemeinsam und dann gehen wir alle wieder zurück zur Arbeit.
  • Was kann ich tun, um meine Kinder so einzurichten, dass sie mich nicht so sehr brauchen? Ja, das kann ich zum Beispiel Snacks an einem leicht zugänglichen Ort auslegen, so dass die Kinder sich selbst helfen können. Da muss ich nämlich nicht jedes Mal von meinem Schreibtisch aufstehen, um etwas zu essen zu besorgen. Das passiert. Da wirst du dauernd gestört.

Viermal 15 Minuten arbeiten ist nicht eine Stunde arbeiten, das wirst du jetzt wahrscheinlich schon wissen.

  • Könnte ich meinen Arbeitstag früher beginnen, bevor alle anderen wach sind? Das ist gerade der Trick. Bei mir ist es relativ früh. Es ist schon hell, aber alle schlafen noch. Es wäre mir unmöglich, bei unseren zwei Kindern und allen, die hier herum springen, also meine Frau, einen Podcast aufzunehmen, ohne dass Störgeräusche das beeinflussen würden.
  • Also kann ich mich gleich irgendwie in meinem Arbeitsalltag, meinen Zeiten ändern? Oder kann ich meine Arbeit auch später am Abend nach der allgemeinen Schlafenszeit verlegen? Wenn denn die Kinder im Bett sind, dann kann ich ja dann vielleicht noch mal in Ruhe arbeiten.

Für mich ist das nix. Ich bin ein Frühaufsteher. Mich kannst du ab 20 Uhr zum Arbeiten nicht mehr so gut gebrauchen. Aber vielleicht bist du ja halt jemand, der besser abends arbeitet oder nachts. Dann wäre das eine Möglichkeit.  

Arbeitszeit im Home-Office festzulegen ist auch gut für die Transparenz

Zu welchen Zeiten erwarten meine Kollegen oder meine Kunden, dass ich verfügbar bin? Ja, das ist ein bisschen tricky. Also, du wirst nicht darum herumkommen, tagsüber doch ein paar Stunden Arbeit einzulegen.

Wir haben ein Kindergartenkind. Um den muss sich besonders gekümmert werden, der wird jetzt nicht mehr vom Kindergarten – wie soll ich sagen „bespaßt“ – und der lernt da jetzt nichts, sondern er sitzt hier, der andere ist in der Schule. Mama arbeitet im Home-Office. Papa arbeitete im Home-Office. Und du willst ihn nicht den ganzen Tag vor KiKA setzen. Glaub mir, dann ist er abends, salopp gesprochen, fritte.

Also musst du dir was überlegen, wie du dich tagsüber, vielleicht auch mit deinem Partner einigst:

wer kümmert sich jetzt mal um jemanden um den man sich kümmern muss, nämlich ein Kindergartenkind?

Wann muss ich mal in Calls und mit Kunden sprechen, weil die nicht alle um 6 Uhr aufstehen und nicht alle um 10 Uhr arbeiten wollen. Und das kannst du natürlich auch hier regeln.

Gibt es Sitzungen, an denen ich teilnehmen muss? Ein Jour fixe, wir sprachen darüber. Regelmäßige Meetings sollten weiterhin stattfinden.

Das muss natürlich in die Tagesplanung rein.

Das sollten auch alle wissen: jetzt sitze ich im Jour Fixe,  jetzt hab ich ein Kundengespräch, das ich jede Woche habe, weil das ein Projekt Update ist.

Da möchte ich bitte nicht gestört werden und ganz, ganz, ganz wichtig:

Achte auf Pausen!

Das Arbeiten den ganzen Tag am Bildschirm ist anstrengend. So wie ein Kind nicht acht Stunden lang Fernsehen schauen sollte am Stück, solltest du nicht acht Stunden vor deinem Monitor sitzen und reinschauen.

Wann sollte ich Pausen machen? Frag dich das.

Und versuch mal Folgendes:

wenn du Kinder oder einen Partner hast, dann überlege dir, ob ihr abwechselnd für die Kinder da seid. Das habe ich schon mal angesprochen. Nimmst du zum Beispiel den Vormittag und dein Partner den Nachmittag. Dann hat jeder von euch ununterbrochen einen ununterbrochenen Zeitblock für die Arbeit. Das hilft.

Dann kannst du konzentriert arbeiten. Ich kann es nicht oft genug sagen: viermal 15 Minuten sind keine Stunde. Wenn du alle 15 Minuten gestört wirst, dann ist das so, wie vielleicht 20 Minuten arbeiten statt eine Stunde. Du musst dich immer wieder rein denken.

Im Home-Office ein Tür-Schild das die Arbeitszeit festlegt?

Du kannst ja auch ein Schild mit deinen Arbeitszeiten für jeden Tag sowie bei den Öffnungszeiten von einem Geschäft an deine Tür machen von deinem Büro, wenn du ein eigenes Büro hast.

Sprich mit deiner Familie oder deinen Mitbewohnern darüber, wann du zur Verfügung stehen kannst und was sie tun sollen, wenn sie dich denn tatsächlich während der Arbeitszeit brauchen. Manchmal ist eine Notsituation da, dann braucht der Fünfjährige dich – die Möglichkeit muss er ja haben. Aber du solltest schon sagen – okay, nicht dauernd und einen Hinweis – wie geht denn das jetzt. Halte dich auf jeden Fall an deinen Arbeitsplan. Das bedeutet, du fängst pünktlich an und du hörst pünktlich auf.

Beständigkeit, Nachhaltigkeit wird es für jeden einfacher machen, um sich an das Leben im Home-Office zu gewöhnen.

In diesem Sinne – eine erfolgreiche weitere Woche. Bitte teile mir deine Meinung zu diesem Post.

Sie ist Deine Erfahrung im Home-Office mit der Arbeitszeit? Schreibt mir unter Kai@mitarbeiterfuehren.com, wenn du Fragen hast. Wenn irgendwas nicht funktioniert in deinem Home-Office. Wenn du plötzlich nicht weiterkommst, frag einfach!

Du kannst das in unserer LinkedIn Gruppe machen. Du kannst mich auch direkt anschreiben, ganz wie du möchtest. Wir werden diese Zeit gemeinsam nicht nur durchstehen und das Beste draus machen. Du wirst viel besser daraus hervorgehen als du vorher warst.

Photo by Eric Rothermel on Unsplash

Der Autor

Kai Boyd ist ausgebildete Führungskraft und zeigt Unternehmern und Einzelkämpfern, wie sie ihre Führung verbessern können. Seit 1989 führt er Teams, Abteilungen, Bereiche und als Geschäftsführer auch Firmen für Konzerne, den Mittelstand und Start-ups, darunter Pricewaterhousecoopers, die Deutsche Telekom, Telefonica, deal united, Twilio, weg.de und viele mehr. Er lebt mit seiner Familie derzeit in München, glaubt an tägliches Jogging am Morgen und schätzt gutes Essen in guter Gesellschaft.