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Wie du eine Kultur des Respekts einführst

Respekt einführen

Respekt ist eines der Schlüsselmerkmale einer guten Führungskraft. Es ist die fundamentale Eigenschaft einer jeden Führungskraft. Denn ohne Respekt ist es sehr schwer, als Führungskraft erfolgreich zu sein.

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Man kann Respekt wie folgt definieren:

„Menschen auf eine positive Art und Weise zu behandeln, die sie als das anerkennt, was sie sind und was sie tun“. 

Wenn du dich weder für das, was du bist, noch für die Arbeit, die du leistest, respektiert fühlst, bist du wahrscheinlich nicht sehr engagiert. 

Eine Umfrage aus dem Jahr 2017 über das Engagement von Mitarbeitern zeigt, dass nur 26 Prozent der Mitarbeiter sich bei der Arbeit stark wertgeschätzt fühlen. Und eines der wichtigsten Ergebnisse war, dass die Zufriedenheit der Mitarbeiter in hohem Maße mit der Art der Kultur und der Arbeitsumgebung korreliert, die die Menschen haben. Ich glaube kaum, dass es grundsätzlich in den letzten vier Jahren besser geworden ist.

Als Führungskraft ist es also deine Aufgabe, jedem einzelnen deiner Mitarbeiter Respekt entgegenzubringen.

Du solltest sie respektvoll behandeln und ihnen eine respektvolle Umgebung schaffen, eine Atmosphäre nämlich, die Respekt ausstrahlt. Dann werden alle Mitarbeiter sich untereinander mit dem gleichen Respekt begegnen, den du jedem einzelnen von ihnen gezeigt hast. 

Bevor wir uns damit befassen, wie du eine Kultur des Respekts kultivieren kannst, lass uns darüber sprechen, was passiert, wenn sich Menschen bei der Arbeit nicht respektiert fühlen. Vielleicht warst du sogar in einer Situation, in der du das Gefühl hattest, dass deine Kollegen oder dein Vorgesetzter dich nicht mit dem Maß an Respekt behandelt hat, den du wirklich verdient hast.

Aber selbst, wenn du das Glück hattest, dass sie das nicht getan haben. Kannst du dir vorstellen, wie sich das anfühlt? Glaubst du, du würdest 100 Prozent geben oder dich noch mehr anstrengen, voll engagiert sein und wirklich gute Arbeit leisten? 

Würdest du etwa deine kreativen, mutigen Ideen mitteilen oder dich eher zurücklehnen und deine Bedenken herausposaunen und schwierige Fragen stellen? Würdest du anderen eher Vertrauen, wenn etwas schief geht, und aktiv zuhören, wenn Kollegen etwas zu sagen haben, auch dann, wenn sie dir nicht zuhören?

Deshalb ist Respekt so viel mehr als nur ein Wort.

Respekt steckt an. Man muss Respekt geben, um ihn zu bekommen. Wenn du dich nicht respektiert fühlst, wirst du andere wahrscheinlich nicht mit Respekt behandeln. Am Ende hast du entweder einen Kreislauf, in dem dein Team immer mehr Respekt zeigt, oder eine negative Spirale, in der man sich umso weniger respektiert fühlt, je weniger Respekt man sich entgegenbringt.

Wenn du eine Kultur des Respekts hast, bedeutet das, dass deine Mitarbeiter sowohl weniger gestresst sind als auch dass es weniger Konflikte gibt. Und das fördert ein besseres Ergebnis bei der Arbeit.

Respektvolle Teams profitieren von einer so genannten psychologischen Sicherheit.

Sie sind in der Lage, Ihr volles Selbst zu zeigen und Ihre Ideen zu teilen, ohne Angst vor negativen Konsequenzen zu haben.

Menschen, die sich psychologisch sicher fühlen stellen Fragen. Sie denken mutig und kreativ und entwickeln verrückten Ideen, die sie dem Team zeigen. Wer weiß welches Potenzial in so einer Idee steckt. Solche Kollegen bitten auch um Hilfe, weil sie nicht befürchten, dass sie schwach aussehen könnten. Und diese Dinge zusammengenommen bedeuten, dass du von deinem Team mehr Kreativität und Produktivität erwarten kannst. 

Es wird weniger negative Konflikte geben und mehr von der richtigen Art von Konflikten – negative Konflikte existieren wenn eine Person verärgert ist oder im Widerspruch zu einer anderen steht.

Ich hatte ein Team in dem zwei Mitglieder ständig in Konflikt standen. Der eine ärgerte sich darüber, dass die E-Mails ignoriert oder nur langsam beantwortet wurden. Was passiert in einer solchen Situation? Man geht sich aus dem Weg. Und das stört dann das Team. Zu viel negative Energie.

Wenn man sich wirklich respektiert und ein Problem auftaucht, ist es wahrscheinlicher, dass man es direkt anspricht. Wenn du das gleiche Ziel hast wie die dein Kollege, dann willst du das Problem gemeinsam lösen, und arbeitest nicht gegeneinander.

Der Konflikt, der entsteht, ist dann ein Ideenkonflikt, bei dem das Team sich hinterfragt und nicht einer der Persönlichkeiten. Und als Führungskraft ist es letztendlich genau das, was du möchtest.

Schauen wir uns also an, was nötig ist, um mit dem Aufbau dieser Kultur des Respekts zu starten.

Als erstes sollten wir uns ansehen, was du tun kannst, wenn du mit deine Teammitgliedern arbeitest.

Nummer eins. Hör zuerst zu und stell dann die Fragen. Hast du schon einmal jemanden kennen gelernt und ihm eine Frage gestellt und er antwortet nicht, sondern stellt dir eine Gegenfrage? Oder vielleicht teilst du eine Info mit ihm und anstatt darauf aufzubauen, antwortet er einfach nicht sondern wechselt einfach das Thema. Solche Gespräche machen in der Regel nicht viel Spaß, und sie geben dir definitiv nicht das Gefühl, dass man dir zuhört. Oder?

Eine Möglichkeit, deinen Kollegen zu zeigen, dass du sie respektierst, besteht darin, ihnen zuzuhören. Versuch also, Fragen zu stellen, anstatt nur Antworten zu geben. Und wenn sie antworten. Grab weiter – im Englischen sagt man: tell me more…. Bau ihre Ideen aus. Stell mehr Fragen, sei neugierig.

Achte darauf, wie du kommunizierst und welche Methoden du anwendest.

Tonalität und Absicht können in E-Mails verloren gehen. Glaub mir. Überleg es dir also zweimal, ob du eine E-Mail mit einer Kritik oder einer emotionalen Reaktion oder mit komplizierten Informationen versenden möchtest. Das geht in der Regel schief. 

Es ist problematisch, wenn die Informationen nicht klar rüberkommen. Du kennst sicherlich genug Beispiele zu E-Mail-Fehlinterpretationen, die alle hätten vermieden werden können. Manche Dinge müssen persönlich gesagt werden, um dem Empfänger ein richtiges Maß an Respekt zu geben. 

Man trennt sich z.B. auch nicht per E-Mail oder SMS. Natürlich ist es nicht schön, sich zu trennen. Wie man es tut, ist genauso wichtig wie die Botschaft, und dasselbe gilt auch am Arbeitsplatz. Es gibt viele Botschaften, die wir vermitteln müssen, aber die Art und Weise, wie du sie aussprichst, der Ton, den du verwendest, und die Methode, mit der du es rüberbringst, ob persönlich am Telefon per E-Mail, SMS oder Chat, ist genauso wichtig wie die Worte, die du tatsächlich sagst.

Und das Dritte, was du tun kannst, um Respekt zu zeigen, ist, Verantwortung für dein Handeln zu übernehmen.

Manche Führungskraft vertuschen Fehler oder gehen Konflikte aus dem Weg. Aber ehrlich gesagt, das ist nicht das, was gute Führungskräfte tun. Sie übernehmen Verantwortung. Wenn du also einen Fehler machst, oder wenn du dich respektlos verhalten hast, entschuldigst du dich. Versuch nicht, deine Fehler zu verbergen oder dich als perfekt darzustellen.

Respekt entsteht nicht dadurch, dass man perfekt ist. Er kommt davon, echt und verletzlich zu sein und zu zeigen, dass du, wie alle anderen versuchst, dich zu verbessern. 

Wie kultiviert man nun Respekt im Team?

Delegiere diese Aufgabe ins Team. Sie sollen sich selber befähigen und definieren, wie eine respektvolle Arbeitsumgebung aussieht. Ermutige sie dazu, bei der Auflistung aller Verhaltensweisen, die sie sehen wollen, so anschaulich wie möglich zu sein.

Und gemeinsam kannst eine Vereinbarung treffen, die die Gruppe kollektiv einhalten wird. Ich habe das in einer Reihe von Teams gemacht, und es ist sehr wirkungsvoll. 

Wenn die Gruppe zusammenkommt und sich verpflichtet,

  • nach 20.00 Uhr oder vor 8.00 Uhr keine E-Mails zu verschicken, um die Freizeit des anderen zu respektieren, oder
  • sich bereit erklärt, Konflikte immer sofort anzusprechen, anstatt hinter dem Rücken zu reden oder schlimmer noch zur Führungskraft zu gehen, um zu versuchen, Probleme zu lösen, dann bis du auf dem richtigen Weg.

Führungskräfte befähigen ihr Team, eine respektvolle Arbeitsumgebung selber zu schaffen. Du musst es also nicht alleine tun.

Gute Führungskräfte lassen diese kleinen Dinge nicht schleifen.

Höfliches und professionelles Verhalten musst du durchsetzen. Es gibt immer einen Wege auch in Konflikten respektvoll miteinander umzugehen. Toleriere keine persönlichen Angriffe oder Unhöflichkeit oder Klatsch. Wenn du siehst, dass solche Dinge geschehen, musst du einschreiten. Das ist ein Teil dessen, was eine gute Führungskraft tut. 

Wenn dir auffällt, dass jemand einen Kollegen in einer Besprechung dauernd unterbricht, weise ihn darauf hin. Gib der Unterbrochenen die Chance, seine Gedanken zu Ende zu bringen. Dasselbe gilt, wenn jemanden zum Beispiel im Meeting an seinem Handy oder Laptop arbeitet, während andere sprechen. Erinnern alle daran, dass wir alle aktiv an diesem Gespräch teilnehmen werden. Meetings sind tatsächlich ein toller Zeitpunkt, um Engagement zu fördern und Respekt zu zeigen.

Es gibt eine Reihe von Moderationstechniken, mit denen du alle dazu bringen kannst, über das Gesagte nachzudenken.

Aber du musst das üben. Bitte zum Beispiel die Mitglieder in deinem Team, die Ideen aufzuschreiben, die nicht zur Sprache gekommen sind. Dann gehen diese nicht verloren und können im Anschluß durchgesehen werden. 

Ein anderer Ansatz besteht darin, Menschen, die über den Tellerrand hinausschauen, die Risiken eingehen, indem sie unbeliebte Ideen teilen und Fragen stellen, Anerkennung und Wertschätzung entgegenzubringen. Im Wesentlichen geht es hier darum, dass du ihnen sagst: Finde ich toll, was du gerade gesagt hast. Mehr davon.

„Ich möchte hören, wenn du anderer Meinung bist, wenn du Fragen hast, wenn du verrückte Ideen hast.“

So schaffst du eine sichere Umgebung. 

Eine Technik, die ich den Teams einsetzte, ist, dass alle mal den Finger in die Wunde legen. Alles einmal rauszulassen. Während dieser fünf Minuten ist es jedem nur erlaubt, zu kritisiere, zu hinterfragen und das Haar in der Suppe zu suchen.

Nach diesen fünf Minuten kannst du dann all die Ideen, die da rauskommen, begutachten. 

Du kannst im Kontext Meeting noch viel mehr tun, um deinem Team zu zeigen, dass du sie respektierst. Du kannst z.B. wichtige Informationen mit den Kollegen teilen, die nicht am Meeting teilgenommen haben. So bleiben sie auf dem Laufenden. Du kannst deine Meetings immer pünktlich anfangen und beenden, usw.

Nutze deine Meetings

Nutze also deine Meetings und jede andere Gelegenheit, um den Menschen zu zeigen, dass du sie respektierst, dass es dir wichtig ist, was sie zu sagen haben. Als Führungskraft musst du die Verhaltensweisen, die du dir wünschst, vorleben. Du musst deiner Verantwortung, diese respektvolle und gesunde Teamkultur zu schaffen, mit derselben Absicht nachkommen, wie du deine anderen Ziele erreichen willst, eben weil sie eng miteinander verbunden sind.

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Dieser Artikel basiert auf der Episode „Kultur des Respekts als Basis für Führung“ des Podcasts Dein Team, Deine Pflicht. Um diese Episode und viele andere zu hören, kannst du den Dein Team, deine Pflicht Podcast bei iTunes, Spotify, Amazon Music und anderen abonnieren. 

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Bildquelle Istockphoto.

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Kai Boyd ist ausgebildete Führungskraft und zeigt Unternehmern und Einzelkämpfern, wie sie ihre Führung verbessern können. Seit 1989 führt er Teams, Abteilungen, Bereiche und als Geschäftsführer auch Firmen für Konzerne, den Mittelstand und Start-ups, darunter PricewaterhouseCoopers, die Deutsche Telekom, Telefonica, deal united, Twilio, weg.de und viele mehr. Er lebt mit seiner Familie derzeit in München, glaubt an tägliches Jogging am Morgen und schätzt gutes Essen in guter Gesellschaft.

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