Home-Office: wie man den Lagerkoller vermeidet

Wie man den Lagerkoller vermeidet

Heute geht es darum, wie du im Home-Office den Lagerkoller vermeidest, der unweigerlich auftreten wird. Irgendwann ist diese Zeit des Homeoffice aber auch wieder vorbei.

Das Homeoffice hat auch viele Vorteile.

Und jetzt, wo du zwangs-trainiert wurdest, die meisten von uns lernen mussten, ein anderes Arbeitsleben und Leben zu leben, hat es auch doch einige Vorzüge.

  •  Du sparst dir den Arbeitsweg. Das kann bei manch einem zwei Stunden am Tag ausmachen.
  •  Dein Vorgesetzter wird zukünftig eher geneigt sein, dir Homeoffice zu genehmigen. Weil du ihm gezeigt hast, dass es funktioniert.

Wie kannst du überleben und warum müssen sich Fokus und Pausen abwechseln?

Das ist im Home-Office noch wichtiger, als wenn du im Büro bist, wo du ja keinen Lagerkoller bekommen kannst. Denn dort kommt ja ab und zu mal eine Zwangspause auf dich zu,

  •  weil du gerade in die Kaffeeküche marschiert bist um dir einen Kaffee zu holen,
  •  du Kollegen triffst und einen Plausch halten kannst.

Das geht zu Hause nicht.

Wenn man sich den ganzen Tag auf und ab bewegt, sich um Kinder, das Leben und andere Ablenkungen zu kümmern hat, dann ist es schwer, seine gesetzten Arbeitsziele zu erreichen.

Wenn man hingegen den ganzen Tag ununterbrochen arbeitet, ohne seinen Körper ausreichend zu bewegen, wird man sehr erschöpft, und zwar geistig und körperlich.

Das ist eine starke Belastung.

Wenn ich heute mit Kollegen spreche, dann sagen die mir: ich bin abends fertiger als sonst. Ich arbeite eigentlich nicht mehr, auch nicht weniger, als wenn wir im Büro sitzen.

Aber ich bin abends einfach platt.

Das liegt daran, dass wir hier viel fokussierter arbeiten können, als das im Büro der Fall ist.

Uns fehlt der Gang zum Mittagessen.

Und ich meine hier den Gang – du gehst ins Restaurant oder zur Kantine. Uns fehlen einfach die Wege, die wir nicht mehr machen. Unser Körper braucht und unser Geist im Übrigen auch – Konzentration. Aber eben auch Pausen.

Und du musst die richtige Balance für dich selbst finden, indem du dir bewusst Zeit für Konzentration und Pausen gibst.

Wähle während der Pause Aktivitäten aus, die dir helfen, deinen Körper, dein Gehirn und deine Augen erholen zu lassen.

Eine Pause ist nicht, die privaten E-Mails zu lesen oder deine Social Media Aktivitäten zu checken.

Das ist keine Pause, wirklich nicht, auch nicht die Zeitung online zu lesen ist keine Pause, wirklich nicht.

Eine Pause ist aufstehen, raus ins Grüne gucken, wenn du das kannst. Einmal um den Block laufen. Das ist ja gestattet, aber nicht einfach: „statt zu arbeiten, sitze ich jetzt vorm Bildschirm, und checke mal was anderes.“ Das ist keine Pause, also zumindest keine Pause, die deinem Geist und deinem Körper auf Dauer gut tun wird. Sonst ist dir im Home-Office der Lagerkoller garantiert.

Frag dich ich mal:

  •  Was ist für mich im Moment schwer daran, zu Hause zu arbeiten?
  •  Habe ich zum Beispiel Schwierigkeiten damit, konzentriert zu bleiben, bewege ich mich genug?
  •  Mache ich genug Pausen?
  •  Was kann ich tun, um meine größte Herausforderung zu bewältigen?
  •  Kann ich mich für ein Video-Workout oder einen Yoga-Kurs anmelden?

Das gibt’s nämlich. Da kann ich dann eine Familien-Aktivität draus machen und meinen Partner und meine Kinder, wenn ich welche habe, die kann ich dazu ermutigen, ebenfalls daran teilzunehmen und sich zu bewegen.

Das reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass sie nämlich meine Trainingszeit stören, wenn ich mein Video-Workout mache. Also: mach eine Gemeinschafts-Aktivität daraus.

Wie können meine Familie, Freunde oder Kollegen mir helfen, meine größte Herausforderung zu bewältigen?

Also identifiziere deine größte Herausforderung und dann sprich mit anderen. Da kann zum Beispiel dein Partner dein Telefon für eine Stunde mitnehmen, weil es bimmelt die ganze Zeit oder du lässt dich davon ablenken.

Versuch mal Folgendes:

Verwende die Pomodoro-Technik, die kann man auch googeln, um 45 Minuten lang zu fokussieren und dann 15 Minuten Pause zu machen. Die Pomodoro-Technik ist ja eine Tomate, die wird dann aufgeschnitten. Da gibt es ein schönes Bild bei Wikipedia.

Es sind, glaube ich, 20 oder 25 Minuten, aber das musst du rausfinden, was für dich die richtige Zeit ist. Immer 45 Minuten lang fokussieren, 15 Minuten Pause. Wenn es nicht so ist bei dir, dann machst du halt eine Stunde und zehn Minuten Pause oder eine halbe Stunde.

Es geht einfach nur darum, lang genug konzentriert zu bleiben, um wirklich tiefergehende Arbeit zu erledigen – ungestört – und dann absichtlich eine Pause zu machen und deinen Körper zu bewegen.

Deinen Augen und deinem Gehirn eine Ruhepause zu gönnen. Du kannst auch einen Wecker verwenden mit einem beruhigende Geräusch.

Zum Beispiel Vogelzwitschern, um deine Fokus-Zeiten und deine Pausen einzuläuten.

Nimm dir nur eine Aufgabe innerhalb dieser Zeitspanne vor, in meinem Fall 45 Minuten, und bleib dran. Vermeide jetzt alle möglichen Ablenkungen. Lass dein Telefon in einem anderen Raum, schalte die E-Mail Funktion aus, damit es nicht dauernd “bing, bing, bing” macht.

Das stört nur. Entscheide dich für eine Aufgabe, die du erledigen willst und auch, wie lange du dafür brauchen wirst.

Dann konzentriere dich und ignoriere alle nicht wesentlichen Unterbrechungen.

Und auch die Pausen nutzt du bitte vernünftig. Anstatt auf Nachrichten auf deinem Telefon oder deinem Computer zu reagieren und zu lesen, höre Radio, höre diesen Podcast während du spazieren gehst oder drehe ein paar Runden um den Block.

Erstelle eine fünf bis zehnminütige Mini-Bewegungs-Routine, die du dreimal pro Tag ausführen kannst. Das Internet ist voll davon.

  •  Du könntest Hampelmänner machen,
  •  Push-ups,
  •  Kniebeuge,
  •  Liegestütze.

Aber wie gesagt, das Internet ist voll davon.

Du bist Single und wohnst alleine?

Finde einen oder mehrere Freunde, bei denen du dich täglich melden kannst. Ihr dürft euch nicht mehr treffen. Ist doch egal. Dann schreib eine SMS, eine WhatsApp, eine E-Mail über das, was du gerade getan hast oder was du vor hast, was du gestern getan hast und wie es dir momentan und insgesamt im Leben geht. Sprich mit Menschen, mit denen du nicht arbeitest.

Und auch die werden es dir danken. Die sind nämlich in der gleichen Situation und hatten die Idee vielleicht gar nicht. In diesem Sinne, bleib gesund! Und überlebe im Home-Office und vermeide so den Lagerkoller.

Dieser Artikel basierte auf dem Podcast „Dein Team, Deine Pflicht“. Um diese und viele andere Episoden zu hören, kannst du den Dein-Team-Deine-Pflicht Podcast abonnieren: iTunesSpotify und Deezer. Verpass nie mehr ein Arbeitsblatt, eine Episode oder einen Artikel: Abonniere den Newsletter.

Photo by Tengyart on Unsplash

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Der Autor

Kai Boyd ist ausgebildete Führungskraft und zeigt Unternehmern und Einzelkämpfern, wie sie ihre Führung verbessern können. Seit 1989 führt er Teams, Abteilungen, Bereiche und als Geschäftsführer auch Firmen für Konzerne, den Mittelstand und Start-ups, darunter PricewaterhouseCoopers, die Deutsche Telekom, Telefonica, deal united, Twilio, weg.de und viele mehr. Er lebt mit seiner Familie derzeit in München, glaubt an tägliches Jogging am Morgen und schätzt gutes Essen in guter Gesellschaft.

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