Vision: Der beste Weg Menschen zu begeistern

Vision

„Kai, bei dir weiß man immer, wohin die Reise geht und was das Ziel, was deine Vision ist.“ Diesen Satz habe ich oft als Feedback bekommen. Natürlich freut mich das. Ein tolles Kompliment. Und es trifft den Kern. 

Ich persönlich mag auch nichts machen, wenn ich nicht weiß warum und wohin. Wenn mir das Bild fehlt. Es widerstrebt mir.

Wenn ich keine Vision vorfinde, dann werde ich als Führungskraft daran als Erstes arbeiten. 

Wenn es um das Formulieren der Vision geht, kommt manchmal so etwas raus wie: „Der Online-Bereich ist die Zukunft – wir sind schneller, besser und vor allem immer verfügbar. Wir werden der wichtigste Bereich der Firma werden.“ (2009, als Leiter Online Sales & Marketing) 

Oder so etwas Schauerliches wie: „Unsere Firma wird der  erste vertikal voll-integrierte Anbieter von Reisen“ (als wir die Aufgabe hatten, einen Tour Operator und ein Online-Reisebüro, zwei Firmen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, enger zu verzahnen). Später wurde daraus etwas besser Verdauliches: „Der Kunde erhält bei uns die Sicherheit einer Pauschalreise mit der Flexibilität, alles so zu bestimmen, wie er es möchte.“

Es braucht einen Grund.

Sonst kann ich das nicht. Sonst machen meine Mitarbeiter das auch nicht. 

Du brauchst das als Führungskraft.

Eine Vision ist ein Bild des Ergebnisses, das du erreichen willst – ein Bild, das so klar und stark ist, dass es hilft, dieses Ergebnis zu verwirklichen. Eine Vision ist kein vager Wunsch oder Traum oder Hoffnung. Es ist ein Bild von den wirklichen Ergebnissen echter Bemühungen. Die Vision kommt aus der Zukunft und informiert und belebt die Gegenwart. Eine Vision ist das mächtigste Werkzeug, das ich in über zwanzig Jahren als Führungskraft erlebt habe.

Die Praxis der Verwendung von Visionen ist Mainstream. Einige Unternehmen nutzen Visionen, um ihre Werte und Ziele zu kommunizieren. 

Professionelle Sportmannschaften verwenden Visionen, um ihre Leistung zu verbessern (es gibt Studien, die zeigen, dass Fußballspieler, die den Elfmeter nur dadurch üben, dass sie sich vorstellen, wie der Ball ins Tor geht, ihren Schussanteil fast genauso stark verbessern wie diejenigen, die den Ball tatsächlich schießen). 

Der Regisseur eines Stücks kann sich eine perfekte Inszenierung „vorstellen“, bevor die Proben beginnen.

Hier die Gründe, warum eine Vision so mächtig ist:

Eine Vision inspiriert zum Handeln. Eine starke Vision zieht Ideen, Menschen und andere Ressourcen an. Sie schafft die Energie und den Willen, Veränderungen zu bewirken. Sie inspiriert Einzelpersonen und Organisationen, sich zu engagieren, durchzuhalten und ihr Bestes zu geben.

Eine Vision ist ein praktischer Leitfaden für die Erstellung von Plänen, das Setzen von Zielen und Vorgaben, das Treffen von Entscheidungen und die Koordination und Bewertung der Arbeit an jedem Projekt, ob groß oder klein.

Eine Vision hilft, Organisationen und Gruppen konzentriert und zusammenzuhalten, besonders bei komplexen Projekten und in stressigen Zeiten.

Deine Vision sollte ein Bild sein

Die Vision muss klar sein – so scharf und so detailliert, dass du auch die kleinsten Details sehen, riechen und schmecken kannst.

Und sei positiv. Erkenne Schwierigkeiten an, aber versuch nicht dich oder andere mit einer Vision von etwas Schlechtem zu motivieren, das passieren könnte, wenn du keinen Erfolg hast. 

Ich möchte es nicht bestreiten:

Ein Bild, das auf Angst basiert, kann helfen, sofortige Maßnahmen zu ergreifen. Nur leider kann ein solches Bild auch deine Ergebnisse auf reine Schadenskontrolle beschränken, anstatt zu positiven Veränderungen zu führen.

Wachs über dich hinaus. Schaff ein größeres Bild von den Auswirkungen deiner Arbeit, als nur das vorliegende Problem zu lösen. Eine zu kleine Vision erzeugt unter Umständen zu wenig Inspiration oder Energie, um Hindernisse zu überwinden. 

Schließ Veränderungen in die Erstellung der Vision ein. Die Herausforderung, die du vor dir siehst, ist nur der Teil des Problems – denk an einen Eisberg. 

Machen dir ein klares Bild von deiner persönlichen Rolle, nicht nur von der deiner Firma. Hier geht es nicht um das Ego. Es geht darum, dass du die volle Verantwortung dafür übernimmst, dass du die gewünschten Ergebnisse erzielst.

Das kommt aus dem Herzen, nicht aus dem Kopf. Versuch nicht, dich in eine Vision hineinzudenken. Um eine Vision zu schaffen, die aufregend und fesselnd ist, muss du dir die Freiheit geben, zu träumen – deine Vorstellungskraft zu nutzen, um zu sehen und zu fühlen, was noch nicht existiert. Eine Vision ist nicht dasselbe wie Ziele oder Zielsetzungen; diese kommen aus dem Kopf.

Eine Vision kommt aus dem Herzen.

Diesen Blogpost kannst du hier auch als Podcast anhören.

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Photo by Bruno van der Kraan on Unsplash

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Der Autor

Kai Boyd ist ausgebildete Führungskraft und zeigt Unternehmern und Einzelkämpfern, wie sie ihre Führung verbessern können. Seit 1989 führt er Teams, Abteilungen, Bereiche und als Geschäftsführer auch Firmen für Konzerne, den Mittelstand und Start-ups, darunter PricewaterhouseCoopers, die Deutsche Telekom, Telefonica, deal united, Twilio, weg.de und viele mehr. Er lebt mit seiner Familie derzeit in München, glaubt an tägliches Jogging am Morgen und schätzt gutes Essen in guter Gesellschaft.

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