Respekt: warum er für Führungskräfte wichtig ist

Ich bin heute Morgen von München nach Hamburg geflogen. Und während wir so auf der Gangway herumstanden, um ins Flugzeug zu kommen, kam ich nicht umhin, einem Gespräch zu lauschen.

Da waren zwei Damen vor mir, deren Unterhaltung etwa folgendermaßen ablief:

„Ja, die neue Führungskraft hat letztens eine Rede gehalten, und dann hat sie gesagt, sie wünscht sich jetzt Respekt. Und dass es nicht so weiter geht wie bisher. Sie wäre schließlich die schlauste Person hier im Raum. Und sie will auch in alles involviert werden. Sie könne auch die hilfreichen Tipps geben, und keiner soll mehr was ohne ihr Wissen machen. Sie will die Entscheidungen treffen. Und Respekt würde sie jetzt auch einfordern.“

Das ging so hin und her.

Das Wort Respekt fiel sehr oft.

Ein Satz von der anderen Frau (offensichtlich keine Mitarbeiterin dieses Vorgesetzten) war: „Mir scheint, dein Chef kommt aus dem 19. Jahrhundert.“

Das kann natürlich nicht sein, oder? Ich könnte jetzt auf viele Dinge eingehen, was das Gespräch betrifft, aber Respekt finde ich sehr wichtig, und Respekt finde ich sehr interessant. Das war wirklich ein gutes Beispiel. Allein beim Zuhören konnte man das schon verstehen. Respekt ist nämlich nicht gleich Respekt. Respekt ist ein Synonym für viele Eigenschaften:

  • Anerkennung,
  • Höflichkeit,
  • Ehrfurcht,
  • Wertschätzung.

Respekt scheint wohl wichtig zu sein.

Respekt kann aber auch einen bedrohlichen Klang haben.

Und in diesem Gespräch hatte Respekt tatsächlich einen bedrohlichen Klang, denn der Vorgesetzte forderte Respekt ein, weil er eben Vorgesetzter ist.

Ich habe schon mal mit so einer Führungskraft zusammengearbeitet. Ich war der Vorgesetzte dieser Führungskraft, und diese Führungskraft erklärte mir, nachdem ich das Gespräch gesucht habe, weil sie nicht besonders respektvoll mit einem ihrer Mitarbeiter umgegangen ist: „Ja, dieser Mitarbeiter, dem muss man mal Respekt beibringen. Der hat mich zu respektieren. Ich bin ja auch älter, und meine Eltern haben mir beigebracht, dass man Ältere zu respektieren hat.“ Das müsse ich ja wohl einsehen.

Ja, man muss Ältere respektieren, das stimmt schon. Aber auch Jüngere, auch Gleichaltrige. Ich habe da irgendwie eine andere Sichtweise auf Respekt. Man muss alle Leute respektieren, egal ob mit Hochschulstudium oder mit einer Lehre. Sonderschüler ohne Abschluss – hatte ich auch schon als Teammitglieder – muss man auch respektieren.

Es gibt gar keinen Grund einen Unterschied zu machen.

Wenn du glaubst, die Reinigungsfachkraft, wie es neudeutsch heißt, nicht respektieren zu müssen, dann empfehle ich dir mal in einem Büro zu arbeiten, das über zwei Monate nicht gereinigt wird. Oder die Toiletten zu benutzen, die zwei Monate lang nicht gereinigt wurden. Dann siehst du, welche wahnsinnige Aufgabe diese Menschen für dich erbringen. Wenn denn das Grundprinzip des Respekts nicht eh schon längst bei dir angekommen ist.

Dann siehst du, welche wahnsinnige Aufgabe diese Menschen, für dich erbringen. Wenn denn nicht schon das Grundprinzip des Respekts bei dir angekommen ist.

Von der oben erwähnten Person, die ihren Untergebenen so respektlos behandelt hat, habe ich mich im Laufe des Arbeitslebens übrigens tatsächlich getrennt. Sie gehört zu einem von zwei Menschen, bei denen der Trennungswunsch von mir ausging.

Ich behandle das auch in meinem Leadership-Programm.

Respekt. Wie verschaffst du dir Respekt? Respekt ist wichtig, aber erstmal musst du bei einem respektvollen Miteinander viele Werte beachten. Ich sag‘s mal so: Was du machen musst, damit du Respekt bekommst, ist, dass du Respekt gibst. Das setze ich einfach voraus.

Du musst kritikfähig sein.

Das hört sich seltsam an – wieso muss ich kritikfähig sein, um Respekt zu bekommen? Ich spreche aus eigener Erfahrung. Um respektiert zu werden, musst du konstruktive Kritik positiv aufnehmen. Du darfst keine beleidigte Leberwurst sein.

Die Kritik gibt dir natürlich auch die Chance, deine Fähigkeiten zu verbessern und deine Kenntnisse zu erweitern. Aber wenn du abwehrend auf Kritik reagierst oder gleich eingeschnappt bist, dann respektieren dich deine Mitarbeiter, die Personen in deinem Umfeld nicht. Glaub mir, ich weiß es. Vor 20, 25 Jahren war ich noch nicht sonderlich kritikfähig.

Ich musste diesen Teil auf die harte Tour lernen. Seitdem ich jegliche Kritik immer versuche positiv aufzunehmen, habe ich ein ganz anderes Standing bekommen. Das heißt nicht, dass ich alle Kritik umsetze. Ich bin nicht immer einverstanden damit, aber ich nehme sie positiv auf.

Eigeninitiative.

Jedes Unternehmen braucht Menschen, die sich aktiv ins Geschehen einbringen. Wenn du

  • Ideen vorschlägst,
  • Verantwortung übernimmst,
  • dich nicht scheust, Entscheidungen zu treffen,

dann kommt das gut an. Das kommt nicht nur gut an bei deinem Chef, das kommt auch gut an bei den Mitarbeitern. Das kommt gut an bei deinen Kollegen. Die respektieren dich dann.

Standhaftigkeit – eine extrem wichtige Eigenschaft, finde ich.

Es ist wichtig, dass du zu deinen Fehlern, zu deinen Entscheidungen und auch zu deinen Werten stehst. Es ist besser ehrlich zu sein, als sich aus einer Fehlentscheidung herauszureden.

Entschuldigen und Lamentieren ist also keine gute Idee. Halte an deinen Standpunkten fest, auch wenn du dich damit gegen die Masse stellst.

Natürlich machst du dir damit nicht nur Freunde. Aber wenn du dir Respekt verschaffst, dann heißt das nicht, dass du von allen geliebt wirst. Das Ziel ist nicht, dass alle Kollegen dich nett oder sympathisch finden. Aber Respekt haben die auf jeden Fall vor dir.

In diesem Sinne wünsche ich dir einen erfolgreichen Tag und einen respektvollen Umgang mit deinem Umfeld.

Mach den nächsten Schritt zum respektvollen Umgang in Deinem Team!

Nachdem Du jetzt meine Erfahrungen gelesen hast und verstehst, wie wichtig ein respektvoller Umgang in Deinem Team ist, warum nicht das Gelernte in die Praxis umsetzen? Am 29. Juni 2023 um 19:30 Uhr führe ich einen Online-Workshop durch, der Dir genau dabei helfen kann. Der Workshop dauert etwa eine Stunde, aber die Erkenntnisse, die Du daraus ziehen kannst, werden Dich ein Leben lang begleiten.

Der Workshop heißt „Eine Kultur des Respekts einführen“. Du wirst lernen, wie Du eine solche Kultur in Deinem Team aufbauen und fördern kannst. Wir werden uns auch damit beschäftigen, wie Du das Konzept des Respekts Deinem Team vorstellen kannst, welche Aktivitäten Du in den Tagesablauf einbauen kannst, um die Kultur des Respekts zu fördern, und wie Du sicherstellst, dass sich Deine Mitarbeiter auf das bevorstehende Meeting vorbereiten.

Für nur 29 Euro erhältst Du nicht nur Zugang zu diesem einzigartigen Workshop, sondern auch einen umfangreichen Leitfaden zum Thema, die Präsentation und einen Monat lang Zugang zur Aufnahme des Workshops.

Stell Dir vor, wie es wäre, wenn Dein Team von einem respektvollen Umgang geprägt wäre und jeder sich wertgeschätzt und gehört fühlt. Es könnte die Art und Weise, wie Du arbeitest, vollständig verändern. Nutze diese Chance und melde Dich heute noch für den Workshop an!

Jetzt anmelden und das Team mit Respekt führen lernen!

Du hast den Workshop verpasst? Kein Problem. Du kannst dir auch nachträglich noch Zugang zur Aufzeichnung sichern.

Ansonsten geht’s hier zur Community auf Linkedin.

Hier schreibt Kai Boyd
Mit jahrzehntelanger Erfahrung in Führungspositionen, darunter bei PricewaterhouseCoopers und Deutsche Telekom, Telefonica, deal united, Twilio und weg.de, hilft Kai Boyd Unternehmern und Einzelkämpfern, ihre Führungsfähigkeiten zu verbessern. Der Münchner und begeisterte Jogger bringt Expertise aus Konzernen, dem Mittelstand und Start-ups ein.

Ähnliche Artikel